Mäuseplage im Buschhaus

Mäuseplage in unserem BuschhausFoto: Fotosearch

Busch-LIVE! 6

Auch in unserem Buschhaus gibt es regelmäßig eine Mäuseplage. Keine Ahnung, wo die kleinen Biester immer herkommen. Alljährlich, mit dem Einzug des Winters, ziehen auch Mäuse in unser Haus. Es ist ja schließlich kalt da draußen. Bei uns gibt es ein schönes, warmes Feuer und viele Leckereien. Das Haus bietet jede Menge Löcher und Verstecke, sodass die Mäuse ein herrliches Leben bei uns haben.

Liebenswerte Kreaturen

Ich muss gestehen, dass ich Mäuse liebe. Sie sind so putzig und entzückend. Ich erinnere mich noch an meine Schulzeit. Im Mädchenumkleideraum schrie jemand: „Iiiiie, Maus!“ Alle Mädchen sprangen auf die Bänke und schrien mit. Nur ich nicht. „Wo?“, fragte ich, denn ich wollte mir das Tierchen von der Nähe anschauen. Leider wurde die kleine Maus von den vielen schreienden Mädchen verscheucht.

Nun, heutzutage sehe ich mehr als genug Mäuse. Sie huschen sogar am helllichten Tag ganz ungeniert durch die Küche, genau vor meinen Füssen und an die schlafende Katze Koshka vorbei. Nachts höre ich, wie sie knuspern und knabbern und unter meinem Bett krabbeln.

Früher übernahm mein Partner die Mäusebeseitigung. Er stellte Mausefallen auf und brachte die Leichen ins Freie, bevor ich morgens aufstand. Dann war aber mein lieber Herr Gemahl zu sehr mit seiner Krankheit beschäftigt und auf die Katzen kann man sich nicht verlassen, sodass dieser Job heutzutage leider auf meinen Schultern liegt.

Krieg

Mäuse mögen zwar niedlich sein, doch der ständige Kot in meinen Schränken ist widerlich und stinkt. Kaum reinige ich einen vollgekackten Schrank, finde ich neuen Kot! Deshalb erklärte ich diesen Tierchen den Krieg. Sie sollen gefälligst im Busch bleiben, wenn sie nicht ordentlich auf die Toilette gehen können!

Nach einer Weile arbeitete ich ein super System aus. Die Mäuse lieben nämlich fermentierte Getränke genau so wie ich. Sie werden wie von einem Magneten von meinen Kefirs, Kombuchas und Salzgurken angezogen, die ich auf dem Kühlschrank gären lasse. Dort stelle ich Mausefallen auf, die so lange zuschlagen, bis alle Mäuse im Haus vernichtet sind. Unser Kater Stiffler verschlang sie gerne und war immer beleidigt, wenn es mal keine Maus gab.

Nach dem Buschfeuer

Mäuseplage

Foto: Elena Gurzhiy

Dann kam im November letzten Jahres das Buschfeuer und vernichtete nicht nur den Busch ums Haus, sondern auch unseren Kater Stiffler. 🙁 Die Mäuse überlebten jedoch in ihren Löchern. Weit und breit gab es kein Essen und kein Versteck mehr für sie. Außer unser Haus, eine Oase in all der Zerstörung. Anstatt nur zum Winteranbruch, hatten wir seit dem Feuer eine kontinuierliche Mäuseplage.

Die vom Buschfeuer erprobten Tiere sind schlauer und robuster als ihre Artgenossen. Regelmäßig stehlen sie den Käse und die Nussbutter von den Fallen, ohne dass diese zuschlagen. Oft passiert es auch, dass die kleine Maus in der Falle überlebt. Was für ein Schreck am Morgen, als dies zum ersten Mal geschah! 😮 Der liebe Herr Gemahl sagte: „ So, nun musst du die Maus im Wassereimer ersaufen lassen!“ Was? Niemals! Noch im Nachthemd bekleidet, fuhren meine Tochter und ich eine Weile auf unserem Grundstück herum, bis wir ein gemütliches Plätzchen für das Mäuschen fanden. Wir ließen es laufen.

Seitdem werden die Überlebenden nicht so erstklassige behandelt. Ich habe nicht jeden Morgen Zeit für eine Umsiedlung. Also befördere ich sie einfach ins Freie, wo sie bestimmt schnell wieder durch ein Loch krabbeln und im Haus Zuflucht finden. Ich bin mir sicher, dass einige Mäuse mehrmals die Falle überleben, bis sie endlich ihr Ende finden.

Rosella

Meine Tochter liebt Mäuse mehr als ich. Sie verliebte sich in eine überlebende Maus namens Rosella und wollte sie als Haustier. Weil sie Rosella nicht im Haus halten durfte, siedelte sie das Tierchen in ihr Gartenhäuschen um. Die arme Rosella tat mir leid. Sie zitterte und zuckte. Man sah ihr an, dass sie am letzten Faden hing. Doch meine Tochter bestand darauf, dass ihr nur kalt war und dass sie nach etwas Wärme und Ruhe wieder OK sein wird. Rosella lief wirklich nach einer Weile weg und meine Tochter denkt noch heute, dass sie irgendwo glücklich lebt. Ich fand die arme Rosella jedoch später tot auf dem Gartenweg.

Meine Rattengeschichte

Soll ich die Rattengeschichte wirklich erzählen? Oje, ich habe noch immer ein schlechtes Gewissen! Was habe ich nur getan?

Mäuse besuchen regelmäßig das Hühnerhaus und fressen Hühnerfutter. Gelegentlich gesellen sich auch Ratten dazu. Als ich vor einigen Jahren den Hühnerstall ausmistete, entdeckte ich ein Nest mit pinken Rattenbabys. Ihre Augen waren noch geschlossen. Sie riefen nach ihrer Mutter, die allerdings wegen mir das Weite suchte.

Rattenbabys

Foto: Audra

Die Babys waren so niedlich und bezaubernd. Im ersten Moment setzte mein Mutterinstinkt ein. Ich wollte sie beschützen. Ich wollte sie ins Haus tragen, sie warm halten, hegen und pflegen. Dann sagte mein Verstand: „Dies sind Schädlinge. Sie übertragen Krankheiten. Sie werden heranwachsen, knabbern, pullern, scheißen und stinken. Sie müssen sterben!“

Ich selbst konnte die Tat jedoch nicht verbringen. Was tun? Nach einigen Überlegungen beförderte ich schweren Herzens die Hühner zu meinen Scharfrichtern. Mit einer Schaufel brachte ich die Rattenbabys ins Hühnergehege und legte sie unter dem Lorbeerbaum. Die Hühner wurden von den piepsenden Babys herangelockt. Bei lebendigem Leibe wurden die Babys zerhackt und verschlungen. Ich konnte dabei nicht zusehen, vermute aber, dass sie nicht lange leiden mussten. Puh, das war mein Geständnis! Es war nicht die beste Idee, die ich jemals hatte. Ich schäme mich über meine Feigheit! Was hättest du getan?

Seitdem bringt mein Sohn das Hühnerfutter nachts ins Buschhaus, damit Mäuse und Ratten kein Festmahl haben und sich hoffentlich woanders einnisten. Gelegentlich verstecke ich auch Rattengift in einem speziellen Behälter, in dem Mäuse und Ratten krabbeln können, der aber für unsere Kinder, Hühner und Katzen unzugänglich ist. Auch ein grausamer Tod, muss ich gestehen. Aber ich habe seitdem keine Ratte mehr gesehen.

Im Moment habe ich die Mäuse im Buschhaus unter Kontrolle: Die letzte Maus wurde vor einigen Tagen vernichtet. Seitdem wurde kein Käse von den Fallen gefressen und die Schränke sind sauber. Auch im Hühnergehege ist Ruhe, denke ich, denn das Rattengift wurde nicht angerührt. Aber es ist sicher nur eine Frage der Zeit, bis wieder eine Mäuseplage hereinbricht. Stay tuned!

Lese mehr Artikel der Serie „Busch-LIVE! – Mein Leben im australischen Busch“!   

Ein Kommentar zu “Mäuseplage im Buschhaus

  1. mit den rattenbabys hast du richtig reagiert!
    das ist in australien keine heimische art.
    du hättest dich strafbar gemacht, wenn du sie am leben gelassen hättest! 😉

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